Digitale Netze haben eins gemeinsam: Man bekommt viele Daten, die man eigentlich gar nicht haben will. Nein? Dann schau mal ins Log deiner Firewall. Oder erkläre mir was Spam ist. Du weißt, was ich meine 😉
Jetzt gibt es aber auch Netze, welche man gar nicht so direkt im ersten Moment auf dem Schirm hat. Ein Beispiel, ich hole etwas aus: Ich habe zu Hause eine Home-Automation-Software am Laufen. Mit der kann ich schauen, was die Heizung macht, wie viel Strom vom Dach kommt, Lichter und Steckdosen schalten, schauen ob die Waschmaschine bereits fertig ist. Was ich nicht kann: Wie warm ist es eigentlich bei mir im Garten?
Klar, dank Einplatinen-PCs kann man sich eine Lösung selbst basteln. Nur hält diese Wind und Wetter stand? Zum anderen gibt es fertige Lösungen - welche mir zu teuer waren. Doch halt, ich habe eine Funkwetterstation daheim. Die hat Außenthermometer welche per 433 MHz funken. Und das ist die Lösung: Für kleines Geld habe ich mir eine USB DVB-T Stick gekauft. Das ist genaugenommen ein Funkempfänger, bei welchem man mittels Tuner die gewünschte Frequenz einstellen kann. Tatsächlich kann ich damit Frequenzen zwischen 25 und 1750 MHz empfangen. Und schon kann ich, mit einem einfachen DVB-T USB-Stick empfangen, wie warm es bei mir rund ums Haus ist. Wie so oft findet sich die geeignete Software dazu im Internet.
Zurück zum Anfang: Das ist ein Empfänger. Ich kann also nicht fragen wie warm es im Garten ist. Ich muss warten, bis das passende Thermometer mir die Daten schickt. Ich bin also in einer passiven Rolle als Zuhörer. Und ich höre viele Dinge. Neben den eigenen Thermometern höre ich auch noch die der Nachbarn. Ich habe keine Ahnung wem die gehören, noch weiß ich welcher Nachbar ein Thermometer in der Tiefkühlung hat. Aber -18 °C im Sommer sind ein eindeutiges Indiz. Ich weiß, wie viel Strom eine PV-Anlage generiert, genauso wie das der Luftdruck in den Autoreifen stimmt. Ich bekomme mit, wann die Marquise aus- und wieder eingefahren wird. Oder mich überkommt der Gedanke den E-Roller zu laden, da man sonst damit nicht mehr allzu weit kommt. Also auch hier, wie gehabt: digitale Netze. Ich bekomme Daten, welche ich eigentlich gar nicht haben wollte. Und morgen ändere ich die Frequenz. Ich bin gespannt, was ich dann noch finde 🙂
Das ist, wenn auch vielleicht nicht die ganz offensichtlichste, ebenfalls eine Form des Internets der Dinge. Vertraulichkeit und Verschlüsselung? Wo denkst Du hin. Ich glaube kaum, dass mein Nachbar im Garten das bessere Wetter gebucht hat wie ich. Auch wenn er es gelegentlich wollte 😜

Wir haben in diesem Beitrag die Thematik eher in belustigender Form betrachtet. Unsere Auszubildenden lernen, dass es neben dem Internet noch weitere Datennetze gibt, welche uns im Alltag permanent umgeben. Für ein ganzheitliches, systematisches Denken. Damit Zusammenhänge im Ganzen verstanden werden anstatt nur in einzelnen Komponenten.
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